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Aktuelles von der Hönnetalbahn und dem Bahngeschehen im Sauerland

Hinweis: Auch ältere Nachrichten werden laufend aktualisiert.

Menden – Hemer: Bahnverkehr läuft bis 31.10.2010

Zum 01. Mai 2010 wurde der Bahnbetrieb zwischen Menden und Hemer befristet bis zum 31.10.2010 wieder aufgenommen. Zuvor hatten RSE und Freiwillige aus dem Förderverein Oesetalbahn die Strecke frei geschnitten und befahrbar gemacht. Vor der ersten Personenzugfahrt am 01. Mai 2010 befuhren 221 135 und 212 133 kurzfristig als erste Fahrzeuge nach 2008 die Strecke als Probefahrt  Bis Ende Juli hat es 8 Fahrtage gegeben -  eine eher nüchterne Bilanz angesichts des Aufwandes. Von außerhalb kamen davon 3 Sonderzüge. Eine politische Aussage hatte die vom VCD mit Mitwirkung des Fv Oesetalbahn und EFH veranstalteten Pendelfahrten im 2-Stundentakt nach Dortmund mit einem Talent der Prignitzer Eisenbahn. Sie zeigte die mögliche Perspektive als Zusatzangebot zum bestehenden Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr auf.

Das kommt nie wieder: Am 18.09.1982 war eine VT 601-Garnitur auf dem Weg nach Hemer. In Menden war damals Bahnhofsfest.

Zwischenzeitlich hat die RSE die Strecke zur Übernahme durch Dritte gemäß §11 Allgem. Eisenbahngesetz ausgeschrieben. Findet sich binnen 3 Monaten kein neuer Betreiber der Strecke, wäre dann am 31.10.2010 definitiv Schluss.

 

 

 

Tag des offenen Denkmals

Kleines Bahnhofsfest in Binolen

Am 12. September 2010 ist wieder „Tag des offenen Denkmals“ – was läge da näher als den denkmalgeschützten Bahnhof Binolen zu öffnen? So wird der Bahnhof Binolen von 13 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Zu besichtigen sein werden Stellwerk und Ausstellung, der Schienenfloh wird fahren und natürlich werden sich die Modellbahner über die Schultern schauen lassen. Kurz für jeden ist etwas dabei – besonders für Kinder.

Zudem wird der Schienenbus des Förderverein Schienenbus e.V. erwartet.

Streckensperrung Obere Ruhrtalbahn

Der Abschnitt Fröndenberg – Neheim-Hüsten wird vom 15.07. bis 08.08.2010 wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Es wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Baustelle wird von Neheim-Hüsten aus versorgt, wobei auch die ehemalige 218 287 eingesetzt wird.

 

Aus für Doppel 648 und 2x 640

Auf Grund einer neuen EBA-Verfügung dürfen die bisher im Schülerverkehr verwendeten Zuggarnituren aus 1 x VT 648 + 2 x VT 640 wegen zu kurzer Bahnsteige (in Neuenrade, Sanssouci und Binolen) nicht mehr verkehren und wurden durch eine Doppel-VT 648-Einheit ersetzt. Das bedeutet einen nicht unerheblichen Platzverlust im ohnehin überfüllten Schülerverkehr.

Strecke Menden - Hemer wieder in Betrieb

Mit einer Probefahrt mit "Streckenveteranen" und einer ersten offiziellen Sonderfahrt ist am 01. Mai die Strecke Menden - Hemer nach mehr als 2 Jahren (bisher letzte Fahrt am 31.07.2008) wieder in Betrieb gegangen. Kurz zuvor war die letzte notwendige Genehmigung erteilt worden. Bis zum 31.10.2010 können jetzt wieder Züge nach Hemer zur Landesgartenschau fahren. Voraus gegangen waren umfangreiche Arbeiten, um die Strecke wieder für max. 50 km/h befahrbar zu machen. Vor allem ging es um Freischnittarbeiten, die Wiederinbetriebnahme der technisch gesicherten Bahnübergänge und Reparaturen an den Gleisanlagen. Diese Arbeiten wurden von der betriebsführenden Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH in Kooperation mit ehrenamtlichen Helfern aus dem Umfeld des "Förderverein Oesetalbahn" geleistet.

Vor der ersten Personenzugfahrt am 01. Mai 2010 befuhren 221 135 und 212 133 kurzfristig als erste Fahrzeuge nach 2008 die Strecke als Probefahrt - beide Baureihen verkehrten auch in früheren Jahren hier z.T. planmäßig. Es fanden Probefahrten auch in die Nebengleise des Bf. Hemer statt.

Um 18:10 Uhr verließ dann mit den Schienenbussen 796 802 und 690 des Förderverein Schienenbus e.V. Menden der erste Personensonderzug den Mendener Bahnhof Richtung Hemer und gab dem Förderverein Oesetalbahn eine Möglichkeit der Darstellung seiner Positionen hinsichtlich der Zukunft der Strecke. 

Die nachfolgenden Fotos wurden von J. Reinhard zur Verfügung gestellt.

Am Obsthof

bei Höcklingsen

Bf. Hemer

 

Hemer, Gleis 4

Bei der Edelburg

 

Der erste Sonderzug nach 1 3/4 Jahren

Hemer hat sein Schild wieder...

 

 

Rheinkalk erneuert sein Werksgleis

Bereits seit 6 Monaten erneuert die Fa. Rheinkalk nach und nach ihre Werksbahn von Horlecke Richtung Lendringsen. Wurde zunächst der Bereich im ehem. Bf. Lendringsen saniert, folgten Teile des Gleises 2 und nun auch die Einfahrweiche im Bf. Horlecke. 

Busanschluss in Neuenrade!

Eine kleine Sensation bahnt sich ab August an. Erstmals in der Geschichte der Hönnetalbahn erhält der Reisende in Neuenrade direkten Busanschluss Richtung Werdohl und weiter nach Lüdenscheid! Damit wird Reisenden der Weg in die Neuenrader Innenstadt ebenso erleichtert, wie Reisenden mit Fahrziel Siegen an der Ruhr-Sieg-Strecke. Auch die Reise in die Kreisstadt wird sich deutlich für Bewohner des unteren Hönnetals verkürzen. Die MVG stellt gerade ihr Liniennetz im südlichen Märkischen Kreis um und machte diese deutliche Verbesserung möglich.

Bahnhof Menden – Abriss oder doch nicht?

Beinahe schien es so, als würde das marode Mendener Bahnhofsgebäude die Osterferien nicht überleben – wird es wohl doch. Aber die neue Verwaltungsspitze Mendens und die Erbengemeinschaft Albert sind sich einig. Abriss so schnell wie möglich und bis auf weiteres Nutzung des Geländes als kostenpflichtiger Parkplatz.

Dagegen gibt es nun Widerstand. Eine von 3 Architekten geführte „Initiative zum Erhalt des Mendener Bahnhofs“ will das Gebäude saniert und einer neuen Nutzung zugeführt wissen. Am 20.03. kam es zu einer gut angenommenen Demonstration mit einer Menschenkette rund um das Gebäude und mittlerweile auch zur Gründung eines Vereins zum Erhalt des Gebäudes.  

Kommentar: Natürlich würde sich jeder Eisenbahnfreund auch über ein saniertes historisches Bahnhofsgebäude in Menden freuen, denn es gehört zur heimischen Eisenbahngeschichte.

Die Frage ist nur: Gibt es zum Abriss überhaupt noch eine Alternative? Seit 12 Jahren wird nun um den Bahnhof gerungen – mit nur einem Ergebnis: Das ganze Ensemble verfällt immer mehr.

Jetzt ist ein – wenn auch sicher nicht optimaler – Kompromiss gefunden. Abriss des Gebäudes ohne sofortigen Neubau. Das hat durchaus Vorteile: Der Bahnsteig wird weithin sichtbar, womit sich die gefühlte Sicherheit der Reisenden zweifellos erhöhen wird. Gleichzeitig nimmt man mit dem Abriss der Bahnhofsruine der Erbengemeinschaft Albert ein Druckmittel, mit dem sie die Öffentlichkeit nun seit Jahren erpresst. Hoffen wir, dass man die gewonnene Zeit für einen zweckmäßigen und dennoch schönen Neubau nutzt.

 

LGS-Verkehre im Planverkehr

Neben den Sonderfahrten kann man natürlich auch mit dem normalen ÖPNV zur Landesgartenschau reisen. Wichtigster Bahnhof der LGS ist Iserlohn. Die Züge aus Dortmund werden zum Teil verstärkt. In der Zeit der LGS wird ab Bf. Iserlohn stündlich zur Minute :45 als Zuganschluss ein Busshuttle nonstop zum Haupteingang LGS verkehren. Verkehrszeit ist 09.45 bis 21.45 Uhr.

Weiterhin wird ab Bf. Schwerte stündlich ein Busshuttle mit Halten in Hennen und Kalthof zum Haupteingang LGS verkehren. Die Verkehrszeit ist ähnlich. Durch diesen Shuttle soll der Anschluss Richtung Ostwestfalen hergestellt werden, der so in Dortmund Richtung Iserlohn nicht vorhanden ist.

 

Klusenstein kommt (vielleicht) – aber ohne LGS!

Klusenstein wird von der LGS nicht profitieren! Die Stadt Hemer hat von ihrem Vorhaben Abstand genommen, dort Reisende in Busse zur LGS umsteigen zu lassen. Weil die Polizei ein Linksabbiegen Richtung Deilinghofen nicht gestattet, wurde aus der Idee nichts, den Haltepunkt auf diese Weise zu reaktivieren.

Dennoch ist der Haltepunkt Klusenstein nicht vergessen. Ein von der Stadt Hemer beauftragtes Architekturbüro hat einen Weg gefunden, die wiederherzustellende Beleuchtungsanlage mit Strom zu versorgen. Die Zuleitung von der Burg Klusenstein her, muss jedoch von der Landschaftsbehörde genehmigt werden, was nicht sicher ist. Der ZRL steht weiterhin zu Klusenstein, kann aber gegen die Sperrung des Bahnsteigs durch die DB nichts unternehmen.

Die Chancen für Klusenstein stehen aber dennoch gut. Es wurden von der Bezirksregierung die notwendigen Mittel zur Errichtung der Beleuchtungsanlage bewilligt - wenn alles gut läuft, könnte noch im Herbst 2010 die Wiedereröffnung erfolgen.

 

Kommentar:

Menden -Hemer: Ende nach der Landesgartenschau

Die Frage nach der Perspektive der Strecke Menden - Hemer ist nun offenbar geklärt. Was den örtlichen Eisenbahnfreunden in Kenntnis der politischen und gesellschaftlichen Zustände vor Ort längst klar war, ist bei der RSE nun auch angekommen. Nach der Landesgartenschau wird die Strecke Menden - Hemer endgültig aufgegeben und abgebaut.

Was soll man dazu sagen? Enttäuschung macht sich breit, keine Schadenfreude. Denn die Rhein-Sieg-Eisenbahn, die ja auch schon andere Strecken wieder in Betrieb setzte - wenn auch in der Regel nur museal, hat ja bei vielen Menschen nicht nur Hoffnungen geweckt, sie hat gerade auch bei den Aktiven des zum Glück noch nicht gegründeten "Förderverein Oesetalbahn" auch Hoffnungen ausgenutzt.

Viele Bürger entlang der Strecke nach Hemer konnten und wollten sich mit der Einstellung einer Eisenbahn in einem so dicht besiedelten Gebiet nicht abfinden und haben nicht nur politisch, sondern auch ganz praktisch gehandelt. Der Weichenausbau in Hemer war nur ein Beispiel davon. Auch wenn wir stets anders gedacht haben, zollen wir diesen Aktiven unseren Respekt! Wie mögen sich diese Menschen wohl jetzt fühlen?

Dass ihre Hoffnungen von vorne herein ziemlich chancenlos waren, hätte jedem, der sich näher mit der Thematik beschäftigt hat, klar sein müssen. Die Politik, egal auf welcher Ebene, hat nie den Mut aufbringen können den Öffentlichen Personennahverkehr zwischen den Städten Menden, Hemer und Iserlohn sinnvoll und aufeinander abgestimmt zu ordnen - egal mit nur mit Bus oder besser mit Bus und Eisenbahn. Zwar gab es einzelne Hoffnungsschimmer, letztlich ist aber alles mit dem Argument fehlender Finanzen und auch aus Bequemlichkeit im Sande verlaufen. 

Wir Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V. haben nach vielen Jahren des Einsatzes für diese Strecke, nach endlosen Sitzungen und Debatten, das irgendwann hinnehmen müssen. Verstanden haben wir es bis heute auch nicht.  Aber uns ist klar: Die Strecke Menden - Hemer hat nur die Option Schienenpersonennahverkehr und keine andere. Und wenn diese Option nicht greift, dann ist der Radweg wohl das kleinere Übel, wenn auch garantiert keines, das uns glücklich machen würde!

Wie anmaßend oder naiv(?) dagegen anzunehmen, dass sich dieses politische Blatt plötzlich wenden würde, nur weil ein privates Unternehmen plötzlich daherkommt und eine Kommune (Stadt Hemer) mit legalen rechtlichen Mitteln unter Druck setzt - rechtlich und finanziell. Diese Art des Vorgehens ist bei uns von Anfang an auf große Skepsis gestoßen. Rechtlich mag es einwandfrei sein, aber damit gewinnt man nicht die Herzen der Menschen, die notwendig sind, um politische Prozesse vielleicht doch noch in letzter Sekunde zu ändern. Die RSE hat zumindest weite Teile der bahnfreundlich gestimmten Bevölkerung nicht erreicht und die Oesetalbahner haben somit auch leider mit ihrem großen Elan gegen Windmühlen kämpfen müssen.

Es bleiben Fragen: Warum ist die Rhein-Sieg-Eisenbahn nie selbst offensiv an die Öffentlichkeit gegangen, warum hat sie selbst nie die Initiative ergriffen, Freunde für diese Bahnlinie zu gewinnen? Warum musste das ausschließlich über die Aktiven des "Fördervereins Oesetalbahn" geschehen? Hat sie am Ende selbst nie an den Erfolg dieses Projektes geglaubt? Nur, dann stellt sich die Frage, warum sie dann aktiv geworden ist.

Schlimmer ist aber die Frage: Welchen Schaden hinterlässt dieses Unternehmen hier vor Ort? Dabei geht es nicht nur um finanzielle Aspekte.

Wenn jetzt Fahrten zur Landesgartenschau auf der Strecke nach Hemer nochmals zustande kommen sollten, dann wieder unter dem Stern der "letzten Fahrten", wie sie Hemer 1989, 1993 (Sundwig), 2007 und 2008 schon erlebt hat - ein Trauerspiel.

 

 

Hönnetalbahn war in den Herbstferien gesperrt - Bauarbeiten zwischen Garbeck und Neuenrade

In der Zeit vom 10.10.2009 bis einschl. 25.10.2009 finden auf der Hönnetalbahn Gleisarbeiten statt. Dadurch verkehrten zwischen den Bahnhöfen Menden und Neuenrade keine Züge der Hönnetalbahn. Die ausfallenden Züge wurden durch Busse ersetzt.

Dieses war der letzte noch nicht sanierte Abschnitt der Hönnetalbahn. Die alten Betonschwellen werden durch neue Stahlschwellen ersetzt, wobei ein Großteil der Baumaterialien offenbar über die Straße transportiert wurde. Im Bauzugverkehr, kehrte die Baureihe 212 ins Hönnetal zurück. 212 381 war vor der Bettungsreinigungsmaschine im Einsatz, 212 240 und 047 verdingten sich im Schotterverkehr. Alle Maschinen gehören zum Unternehmen EfW.

RSE ist nun am Zug: Menden - Hemer bald wieder reaktiviert?

Nach einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am 17. September 2009 steht fest, dass die Stadt Hemer der Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) und ihrem Ansinnen, die Strecke Menden - Hemer zu reaktivieren, keine Steine in den Weg legen wird. Auch wenn die Planungen der RSE gegenüber ersten Entwürfen deutlich abgespeckt wurden, ist noch immer von 30 Sonderzügen zur Landesgartenschau 2010 die Rede. Die Stadt Hemer wird die RSE mit 16.000 € pro Jahr unterstützen. Dieses Geld soll für die Wiederherstellung der bereits stark zugewachsenen Strecke, der Sanierung des Bf. Hemer (in der jetzt verkürzten Form) und weitere Planungskosten genutzt werden.
Bis zu einer Betriebsaufnahme ist viel zu tun. Allein der Bahnhof Hemer ist mittlerweile völlig demoliert. Das verbliebene Betriebshäuschen wurde aufgebrochen und der Schaltkasten zerstört. Die Schlüsselsperre konnte die RSE noch sichern.

Diese wird aber wohl so schnell nicht gebraucht, denn zunächst läuft die Reaktivierung auf einen Bahnhof Hemer ohne Weichen hinaus. Genehmigungsrechtlich wäre die Neuabnahme der Weichen notwendig, was in der kurzen Zeit aber kaum möglich erscheint. Die Strecke endet wie in Iserlohn oder Neuenrade demnächst also an einem Prellbock. Ein Umsetzen von Lokomotiven wird also (zunächst) nicht möglich sein.

Gleichzeitig prüft die Stadt Hemer eine abgespeckte Radwegversion entlang der B 7.

Weiteres Warten auf einen neuen Bahnhof Menden! 

aus der Mendener Zeitung vom 24.08.09

24.08.2009 · von Johannes Bonnekoh - MENDEN - Mit 40:11 Stimmen hat der Rat der Stadt gestern Abend die Einstellung des Bauleitverfahrens für das Projekt Breuer am Bahnhof beschlossen. Zeitweise wohl bis zu 220 Mendener verfolgten im und vor dem großen Sitzungssaal die geheim durchgeführte Abstimmung. Einzig die UWG-Fraktion, die das geheime Votum beantragt hatte, hielt in der Debatte weiter zu Breuer, was ihre Fraktionschefin Heike Hempelmann mit der Vertragslage begründete: Breuer sei "auf ein bis zwei Jahre" der einzige, der Zugriff auf das Areal hat. Auch CDU-Politiker Peter Schnurbus bekannte vor der geheimen Abstimmung: "Ich habe mich nicht gedreht."

"CDU-Fraktionsvize Hubert Schulte MdL hatte dagegen den Antrag und damit den Schwenk weg von den Breuer-Planungen begründet: "Das Projekt, so, wie es jetzt ist, ist städtebaulich nicht wünschenswert. Der Baukörper ist erdrückend. Die Entwicklung der Geschäfte Richtung Innenstadt nimmt wenig Rücksicht. Es gibt wegen dieser Planung zudem so gut wie keine soziale Kontrolle am Abend." Die heutige Planung von Jochen Breuer habe mit den ersten, vor etwa zwei Jahren vorgelegten Ideen nur noch den Namen gemeinsam. "Herr Breuer ist Stück für Stück von der Planung abgegangen."

SPD-Fraktionschef Eugen Heinrich war "ein wenig erstaunt" ob dieser Worte. Er erinnerte daran, dass es die bisherigen 14 Änderungen "scheibchenweise immer mit den Stimmen der CDU gegeben hat. Deshalb ist diese Begründung ein bisschen schlecht." Die SPD sei immer gegen die Breuer-Pläne gewesen. Heinrich war es auch, der ein ums andere Mal einen sehr unglücklich agierenden Sitzungsleiter Bürgermeister Rudi Düppe in Verlegenheit brachte. Seine Einlassungen zu Formalien und der Hauptsatzung hin und her - im Grundsatz hatte Heinrich Recht, was auch die anderen Fraktionen anerkannten.

Peter Maywald (CDU) versuchte noch, die Verwaltung zu beauftragen, den Bettermann-Gewoge-Stadttor-Plan als neue Vorlage für die Politiker entwickeln zu lassen. Doch nach erneuten Formaliendiskussionen zog er das zurück - der Bauausschuss wird darüber beraten, aber noch nicht am Donnerstag. Dann sollen zunächst die SPD-Anträge auf Kauf des Bahnhofs durch die Stadt oder seine Unterschutzstellung und Sanierung, wie gestern von Annette Echt-Leclaire und Mitstreiterinnen beantragt, zur Debatte stehen.

Maywald hatte zudem erläutert, dass die Sanierung des Bahnsteiges durch die Deutsche Bahn noch bis 2015 problemlos laufen kann.

GAL-Sprecher Peter Köhler nannte die CDU "Umfaller", FDP-Chefin Annette Hettling geißelte die Union nochmals als undemokratisch, weil sie einen bereits gefassten Beschluss im Ausschuss nachträglich durch Personalaustausch in ihrem Sinne passend gemacht habe.

Dann stellten die Macher der neuen Studie zum Bahnhof ihr Projekt vor. Nach nur zwei Minuten gab es schon Beifall für Unternehmer Ulrich Bettermann, als er sein Engagement für das neue "Stadttor" begründete: "Lassen Sie uns etwas Schönes für Menden daraus machen", sagte er. Manfred Döring stellte dann für das Publikum die Stadttor-Studie im Detail vor - wir berichteten. Sein Fazit: "Wir haben heute Abend eine Mendener Lösung dargestellt." Er wünschte sich "eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Rat".

Jochen Breuer verfolgte dies alles mit seiner Frau Dagmar und der Gattin des verstorbenen Peter Albert: "Ich sehe das gelassen und lasse die Sitzung erstmal sacken", sagte er. Dagmar Breuer wurde deutlicher: "Da war viel Wahlkampf im Spiel." Sie bezifferte die Vorlauf- und Planungskosten ihres Büros mit "etwa 300 bis 400000 Euro". Am Rande der Sitzung wurde bekannt, dass Breuer im Rathaus schon nach Modalitäten einer Bebauung nur des Kernbahnhofs gefragt hat, die er ohne Zustimmung des Rates durchführen könnte. Bettermann will jetzt schnellstmöglich mit der Erbengemeinschaft Albert verhandeln. Und er versprach, dann als erstes den alten Bahnhof abreißen zu lassen, um ihn zur Landesgartenschau im Frühjahr 2010 durch Begrünung und eine Containerlösung zu ersetzen-

78 468 wieder zu Gast im Hönnetal

Am 15. August kam im Rahmen einer geschlossenen Gesellschaftssonderfahrt die Dampflok 78 468 mit einem Pack- und einem Umbauwagenpärchen (Museumseisenbahn Hamm) ins Hönnetal. Von Binolen fuhren die rd. 100 Fahrgäste nach Hattingen und zur Zeche Nachtigal, um dort ein Nostalgiefest zu besuchen. Interessant war der Laufweg auf dem Rückweg. Hierbei wurde in beiden Richtungen der Weg über die Strecke Fröndenberg - Unna gewählt, was angesichts der Steigungen auch für diesen relativ leichten Zug ein akustischer Genuss war.

Auto kippt auf die Hönnetalbahn - Bahnübergang Fischkuhle 40 Minuten dicht!

Jetzt ist der Haltepunkt Klusenstein kein wilder Parkplatz mehr - das ist zumindest der positive Effekt eines Unfalls, der den Verkehr der Hönnetalbahn am 08. Juli 2009 für rund 40 Minuten lahmlegte. Beim Zurücksetzen ihres PKW fuhr eine 48-jährige Frau aus dem Hochsauerland auf dem Klusensteiner Haltepunkt einige Meter zu weit und rutschte in die Gleise. Gerade noch rechtzeitig konnte die DB informiert werden, die darauf den Verkehr zwischen Lendringsen und Binolen sofort sperrte. Dummerweise war jedoch der nach Neuenrade fahrende 648 bereits kurz vor Lendringsen und hatte den Einschaltkontakt für den Bahnübergang Fischkuhle ausgelöst. Die Folge: 40 Minuten lang war der Ortsteil Hüingsen, dessen einzige Zufahrt über die Bahnübergang führt, abgeriegelt. Denn auf die Möglichkeit den Bahnübergang innerhalb des Bahnhofs freizufahren und per Handeinschaltung später an den Bahnsteig zurückzusetzen kam von den Bahnmitarbeitern offenbar niemand.
Die Niederlassung Hagen von DB Station&Service sperrte noch am gleichen Tag die Zufahrt zum Bahnsteig in Klusenstein und plant die Aufstellung eines Pollers.

Kein Radweg - das könnte teuer werden

Sollte der Radweg nicht gebaut werden, könnte es für die Stadt Hemer teuer werden. Rd. 400.000 € wären an Grunderwerbskosten aufzubringen, wenn die RSE auf den Gleisen, für die sie mittlerweile eine Betriebserlaubnis beantragt hat, fahren würde und die Trasse nicht in einen Radweg umgewandelt würde.

Bahnhofsgebäude Hemer abgerissen

Am 14. und 15. Mai 2009 wurde das (restliche) Bahnhofsgebäude von Hemer abgerissen. Bereits 1987 war das Hauptgebäude abgetragen worden. Das Gebäude war schon in den letzten Betriebsjahren wegen zunehmenden Vandalismus nicht mehr genutzt worden, die Schlüsselsperre befindet sich in einem ehemaligen Schalthaus neben dem Gebäude.

Rückbau abgeschlossen - Förderverein hat sich gegründet

Der teilweise Rückbau des Bf. Hemer ist am 09. April abgeschlossen worden. Drei Weichen hat sich die Rhein-Sieg-Eisenbahn bzw. der neue Förderverein Oesetalbahn gesichert, um diese teilweise wieder im Restbahnhof einbauen zu können.

Der neue Förderverein Oesetalbahn hat sich den langfristigen Erhalt der Strecke Menden - Hemer zum Ziel gesetzt. Besonders zur Landesgartenschau möchte man mit regelmäßigen Sonderfahrten anderer Vereine die zahlreichen erwarteten Besucher umweltfreundlich zu dieser Veranstaltung befördern. Mittelfristig wird die Wiederinbetriebnahme im SPNV angestrebt, wozu aber die Einbindung in den bestehenden ÖPNV notwendig ist.

Menden - Hemer: Rückbau läuft

Der Bahnübergang Ostenschlahstraße, der letzte große Bahnübergang der Strecke Menden - Hemer - Iserlohn ist seit dem 23. März  2009 endgültig Geschichte. Nach umfangreichen Rodungsarbeiten haben am 23. März die Gleisrückbauarbeiten begonnen. Zum Glück wird nicht alles auf den Schrott gehen, denn Freiwillige sichern Teile der Gleisanlagen für den verbleibenden Rest des Bahnhofs Hemer. So soll eine Weichenverbindung zur Umfahrung von kurzen Sonderzügen zwischen den Gleisen 2 und 3 entstehen.
Die beiden nachfolgenden Bilder wurden von Herrn Eberhard Thomas zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank!

Rückbau in Hemer 27.03.09, E. Thomas

Rückbau Hemer 27.03.2009, E. Thomas


Menden - Hemer: Bauarbeiten am Bahnhof starten mit Rodungen

Stadt Hemer verhandelt weiter mit RSE

Seit Montag, 16. März 2009, laufen auf dem Bahnhofsgelände in Hemer die Bauarbeiten zum teilweisen Abbau der Gleisanlagen und zum Abriss des restlichen Bahnhofsgebäudes an. Zunächst wird das gesamte Bahngelände durch ein Fachunternehmen frei geschnitten, dann soll der Bereich Ostenschlahstraße von allen Gleisanlagen befreit werden.

Die Aktivisten um die Reaktivierung der Strecke streben momentan an, eine neue Weichenverbindung zwischen den Gleisen 2 und 3 zu schaffen, um Sonder- und Güterzügen eine Umsetzmöglichkeit zu geben.

Bekanntlich hat die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH ihr Interesse an der Übernahme der Strecke bekundet und die Betriebsgenehmigung beim Land beantragt. Bis zum 30.06.09 hat das Unternehmen Zeit, seine Ideen vorzustellen und mit der Stadt Hemer abzustimmen. Dazu soll am 30. März ein Treffen mit Stadtvertretern und RSE in Bonn stattfinden.

Die Gruppe der Aktivisten, die sich um den Erhalt der Strecke aktiv bemühen will, strebt für Ende März die offizielle Vereinsgründung an. Bitte beachten Sie die Aufrufe in der Presse.

Am 17. April stellt sich die Gruppe mit ihren Zielen den Eisenbahnfreunden Hönnetal e.V. vor.

Trotz aller berechtigter Skepsis (die Faktenlage ist eben so) - die EFH haben durchaus Sympathie für das Projekt "Reaktivierung"

War es wirklich die "Letzte Fahrt" am 31.l07.2008?

Nicht noch eine "letzte Fahrt"....


Bahntrasse Menden - Hemer verkauft

"Hemer. Der 23. Dezember 2008 war ein sehr guter Tag für Hemer: Die westfälische Landesgartenschaustadt hat die stillgelegte Bahntrasse nach Menden sowie das komplette Hemeraner Bahnhofsgelände gekauft!

Die Stadt Hemer hat von der Bahnentwicklungsgesellschaft das ehemalige Bahnhofsgelände Hemer und die stillgelegte Bahntrasse nach Menden komplett erworben. Das Hemeraner Stadtgebiet vergrößert sich damit für einen hohen sechsstelligen Eurobetrag stachelartig bis zu der blauen Metallbrücke in der Horlecke, aber das ist nicht das Wesentliche. Wichtig ist der - am 23. Dezember unterzeichnete - Kooperationsvertrag mit der Rhein-Sieg-Eisenbahn-Gesellschaft, die diese Bahnstrecke für Personenbeförderung wieder in Betrieb nehmen will - mindestens bis zur Landesgartenschau 2010 in der Felsenmeerstadt.

Bis zum 30. Juni 2009 kann die RSE aus welchem Grund auch immer absagen und vom Vertrag zurücktreten - auch das ist so vertraglich vereinbart. Für diesen Fall wird die Stadt Hemer die Gleisstrecke aufheben und den Bahndamm zuschütten: „Dann können wir den Radweg verwirklichen”,will Bürgermeister Michael Esken dann auf den bereits genehmigten Plan B zurückgreifen.

Für die Landesgartenschauplaner bei der Stadt Hemer ist es jetzt nicht minder wichtig und beruhigend, dass mit dem Erwerb des Bahnhofsgeländes der Kreuzungsbereich Ostenschlahstraße nun doch ausgebaut werden kann."

(aus: www.derwesten.de, 23.12.2008)