Die kleine Ortschaft Sanssouci
hat mit dem berühmten Schloss in Potsdam nicht zu tun. Für die Hönnetalbahn
allerdings war der Ort durchaus von Bedeutung - nicht nur des Bahnhofs wegen. Im
nahen "Haus Sanssouci" kam es am 30. November 1883 zur
"definitiven Constituierung des Comitees für die Durchführung einer
Secundär-Eisenbahn von Menden bis Neuenrade". Nach Eröffnung der Strecke
gab es Überlegungen, hier eine Linie Richtung Plettenberg, Werdohl oder sogar
Kückelheim (!) abzweigen zu lassen.
Der
Bahnhof Sanssouci
war im Personenverkehr für das nahe Beckum (bei Balve) von Bedeutung und als
Ziel von Sonderzügen aus dem Ruhrgebiet. Im Güterverkehr war es lange die bedeutendste
Station der Hönnetalbahn. Umfangreiche
Gleisanlagen wurden beim Bau der Hönnetalbahn angelegt, um die naheliegenden
Kalksteinbrüche bedienen zu können. Noch bis Ende der 70er Jahre verkehrten
lange Güterzüge von und nach Sanssouci. Aber auch die Holzverladung spielte
eine wichtige Rolle.
Um
die zahlreichen Wagen (allein im Jahre 1964 waren es 6.629) zustellen zu können,
wurde Bahnhof schon frühzeitig eine eigene Kleinlokomotive zugeteilt. Erst
Mitte der 70er Jahre wurde diese abgezogen.
Im
Personenverkehr ist der Bahnhof Sanssouci Ankunfts- und Abfahrtsbahnhof für die
Ortschaft Beckum. Auch im Tourismus spielt er - wegen des Beginns des Hönnetalpfades nach Klusenstein – eine gewisse
Rolle.
Der
Bahnhof – erbaut im Einheitsstil für sauerländische Nebenbahnen im frühen
20. Jahrhundert – war noch bis zum 26. Mai 1979 besetzt. Bis zu dieser Zeit
fanden hier samstags noch Zugkreuzungen statt.
In
den 80er Jahren sank das Wagenaufkommen rapide ab, nachdem die
Kalkstaubverladung komplett auf die Straße verlegt worden war. Nur der nahe
gelegene Anschluss der Chemiefabrik Hertin sorgte noch für Aufkommen.

Im
März 1983 gab es noch Güterverkehr in Sanssouci - wenn auch schon sehr wenig.
Die Kleinlok 332 132 wartet auf die Abfahrt Richtung Menden.
1989
erfolgten erste Gleisrückbauten bis schließlich im Jahre 1995 im Rahmen der
Sanierung des Streckengleises sämtliche Nebengleise entfernt wurden.
Heute
steht das Empfangsgebäude leer und auf dem Bahnhofsgelände entstand 2002/03
eine neue Zufahrt zur Fa. Kruse.
Zustand
um 1980
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